„Wie viel soll ich für Google Ads ausgeben?" ist die häufigste Frage, die uns Inhaber von Reinigungsfirmen stellen, bevor sie ihre erste Kampagne starten. Die ehrliche Antwort: Es gibt keine pauschale Zahl, aber es gibt eine nachvollziehbare Rechnung, mit der du dein Budget selbst herleiten kannst – statt einfach 500 € pro Monat zu raten und zu hoffen.

Dieser Artikel ist Teil unseres kompletten Leitfadens zu Google Ads für Reinigungsfirmen. Wenn du noch keine Kampagne aufgesetzt hast, lohnt sich ein Blick dorthin zuerst.

Warum es keine "richtige" Zahl gibt

Ein Ein-Personen-Betrieb in Erfurt, der Unterhaltsreinigung für Privathaushalte anbietet, hat ein völlig anderes Budget-Ziel als eine GmbH mit zehn Mitarbeitern, die Gebäudereinigung für Gewerbekunden in München anbietet. Drei Faktoren bestimmen dein Budget:

  • Auftragswert: Ein einmaliger Umzugsputz für 180 € verträgt ein anderes Cost-per-Lead-Ziel als ein Unterhaltsreinigungsvertrag mit 250 €/Monat und mehrjähriger Kundenbindung.
  • Wettbewerb in deiner Region: In Berlin, Hamburg oder Frankfurt zahlst du pro Klick deutlich mehr als in Chemnitz oder Cottbus.
  • Kapazität: Wenn dein Team schon zu 90 % ausgelastet ist, brauchst du kein großes Budget – sondern eher gezielte Nachbesetzung einzelner Slots.

Realistische CPC-Richtwerte für Reinigungsdienste in Deutschland

Die Kosten pro Klick (CPC) schwanken je nach Keyword und Region. Als grobe Orientierung für 2024:

Keyword-TypBeispielCPC (Großstadt)CPC (Kleinstadt/Land)
Generisch, breit"Reinigungsfirma"2,50–4,50 €1,00–2,00 €
Service-spezifisch"Büroreinigung Angebot"3,00–6,00 €1,50–3,00 €
Hohe Kaufabsicht"Umzugsreinigung mit Abnahmegarantie"3,50–7,00 €2,00–4,00 €
Gewerbekunden, B2B"Gebäudereinigung Ausschreibung"4,00–8,00 €2,50–5,00 €

Diese Werte sind Richtwerte, keine Garantie – Google Ads ist eine Auktion, und dein Quality Score beeinflusst den tatsächlichen Preis stark.

Die einfache Formel: Vom Kundenwert zum Tagesbudget

Statt mit dem Budget zu starten, starte mit dem Wert eines Kunden. So gehst du vor:

  1. Durchschnittlicher Kundenwert (CLV) berechnen. Bei Unterhaltsreinigung: monatlicher Auftragswert × durchschnittliche Vertragsdauer in Monaten. Beispiel: 220 €/Monat × 14 Monate = 3.080 €.
  2. Maximalen Cost-per-Acquisition (CPA) festlegen. Als Faustregel sollten die Werbekosten 10–20 % des ersten Auftragswerts oder 3–5 % des CLV nicht überschreiten. Bei 3.080 € CLV wären das ca. 90–150 € pro gewonnenem Kunden.
  3. Conversion-Rate schätzen. Für lokale Dienstleistungsseiten mit klarem Angebot liegt eine realistische Landingpage-Conversion-Rate bei 3–8 % der Klicks.
  4. Budget hochrechnen. Bei einem CPC von 3 € und einer Conversion-Rate von 5 % brauchst du im Schnitt 20 Klicks für eine Anfrage – also 60 € pro Lead. Bei einer angenommenen Abschlussquote von 40 % kostet ein gewonnener Kunde ca. 150 €.

Passt dieser CPA in dein Ziel aus Schritt 2? Dann skalierst du das Budget so lange hoch, wie das Verhältnis stabil bleibt.

Beispielbudgets nach Betriebsgröße

BetriebstypMonatliches BudgetErwartete Anfragen/Monat
Einzelunternehmer, Kleinunternehmerregelung, 1 Stadt150–400 €5–15
Kleines Team (2–5 Mitarbeiter), UG oder GmbH500–1.200 €15–40
Etablierte Gebäudereinigung mit Gewerbekunden1.500–4.000 €20–60 (höherer Auftragswert)
Regionaler Anbieter, mehrere Städte4.000 €+60+

Wichtig: Starte nie mit dem vollen Zielbudget. In den ersten 2–3 Wochen solltest du mit 30–50 % des geplanten Budgets testen, welche Keywords, Anzeigentexte und Landingpages funktionieren, bevor du hochskalierst.

Die Kleinunternehmerregelung und ihr Effekt auf dein echtes Budget

Ein Detail, das viele übersehen: Bist du als Einzelunternehmer nach §19 UStG als Kleinunternehmer gemeldet, kannst du die auf der Google-Ads-Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer geltend machen. Das heißt, dein „echtes" Budget ist um die Steuer geringer, als es auf dem Papier aussieht – 500 € netto Werbebudget kosten dich effektiv 500 € brutto, ohne Erstattung.

Bist du hingegen als GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) umsatzsteuerpflichtig, ziehst du die Vorsteuer ab und kannst mit dem Nettobetrag kalkulieren. Das ist einer von mehreren Gründen, warum manche Reinigungsbetriebe bei wachsendem Werbebudget den Wechsel von der Kleinunternehmerregelung zur Regelbesteuerung oder direkt zur GmbH-Gründung prüfen – neben der Haftungsfrage bei größeren Gewerbeaufträgen und einer möglichen Handwerkskammer-Anmeldung, falls handwerksnahe Zusatzleistungen wie Fassadenreinigung mit Gerüstarbeit dazukommen.

Wann du das Budget erhöhen solltest – und wann nicht

  • Erhöhen: Dein CPA liegt stabil unter dem Zielwert, und du hast noch freie Kapazität für neue Kunden.
  • Erhöhen: Bestimmte Kampagnen (z. B. "Büroreinigung Ausschreibung") laufen profitabel, aber das Tagesbudget wird regelmäßig komplett aufgebraucht ("Limited by Budget" in Google Ads).
  • Nicht erhöhen: Dein Team ist bereits voll ausgelastet – mehr Anfragen bringen dir nur unbearbeitete Leads und schlechte Bewertungen.
  • Nicht erhöhen: Deine Landingpage oder dein Angebotsprozess wandelt Anfragen schlecht in Aufträge um. Erst die Conversion optimieren, dann skalieren.

Was du brauchst, damit sich das Budget überhaupt lohnt

Werbebudget ist nur die halbe Miete. Wenn ein Interessent über deine Anzeige anfragt, entscheidet oft die Reaktionsgeschwindigkeit über den Zuschlag – gerade bei Unterhaltsreinigung, wo Kunden meist 2–3 Angebote parallel einholen. Ein sauberer Online-Buchungsprozess, automatische Terminbestätigung und schnelle Rechnungsstellung sorgen dafür, dass jeder bezahlte Klick auch wirklich zu einem Kunden wird. Mehr dazu, wie sich das technisch abbilden lässt, findest du auf unserer Funktionen-Seite.

Fazit

Ein sinnvolles Google-Ads-Budget ergibt sich nicht aus einem Bauchgefühl, sondern aus deinem Kundenwert, deiner Kapazität und deinem regionalen CPC-Niveau. Starte klein, miss deinen tatsächlichen Cost-per-Acquisition und skaliere erst, wenn die Zahlen stimmen – nicht vorher.

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