Die Gebäudereinigung gehört seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Handwerksbranchen in Deutschland – und gleichzeitig zu den Branchen mit dem größten Fachkräftemangel und dem höchsten Digitalisierungsrückstand. Wer heute ein Reinigungsunternehmen führt oder gründet, sollte die aktuellen Zahlen kennen, um Preise, Personalplanung und Investitionen realistisch einzuschätzen.

Der Markt in Zahlen: Wo steht die Branche 2025?

Das Gebäudereinigerhandwerk zählt in Deutschland zu den größeren Handwerkszweigen. Grob eingeordnet bewegen sich Branchenschätzungen aktuell in folgenden Größenordnungen:

  • Rund 30.000 bis 35.000 Betriebe sind bundesweit als Gebäudereinigungsunternehmen aktiv, von der Ein-Personen-Firma bis zum bundesweiten Facility-Management-Konzern.
  • Über 700.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche, ein erheblicher Teil davon in Teilzeit oder als Minijobber:innen.
  • Zweistelliger Milliardenumsatz – die Gebäudereinigung gehört zu den umsatzstärksten Handwerkszweigen überhaupt, noch vor vielen klassischen Bau-Gewerken.
  • Die Unterhaltsreinigung (regelmäßige Büro-, Praxis- und Objektreinigung) macht dabei den größten Anteil am Umsatz aus, gefolgt von Glas- und Fassadenreinigung sowie Sonderreinigungen wie Bauabschlussreinigung.

Für einzelne Betriebe heißt das: Der Markt wächst, aber der Wettbewerb um Aufträge und vor allem um Personal wird härter. Wer nur über den Preis konkurriert, verliert langfristig – Effizienz in der Organisation wird zum entscheidenden Faktor.

Trend 1: Der Fachkräftemangel bleibt das größte Problem

Offene Stellen in der Unterhaltsreinigung bleiben laut Berichten von Innungen und Arbeitsagenturen oft monatelang unbesetzt. Die Folgen für Betriebsinhaber:innen sind konkret spürbar:

  • Höhere Löhne, um Personal zu halten – der tarifliche Mindestlohn in der Gebäudereinigung liegt 2025 in Lohngruppe 1 (Innen- und Unterhaltsreinigung) deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, in der Glas- und Fassadenreinigung (Lohngruppe 6) entsprechend höher.
  • Mehr Zeitaufwand für Rekrutierung, Einarbeitung und Vertretungsplanung bei Krankheit oder Urlaub.
  • Wachsender Bedarf an Software, die Dienstpläne, Vertretungen und Springer-Einsätze automatisch koordiniert, statt sie per Telefon und Zettel zu organisieren.

Betriebe, die den Fachkräftemangel ernst nehmen, investieren zunehmend in Mitarbeiterbindung: klare Einsatzpläne, faire und transparente Abrechnung, planbare Arbeitszeiten. Das ist auch ein organisatorisches Thema – gute Software kann hier tatsächlich einen Unterschied machen.

Trend 2: Digitalisierung kommt langsam, aber sie kommt

Viele Reinigungsbetriebe arbeiten noch mit Excel-Listen, WhatsApp-Gruppen und Papierrechnungen. Das ändert sich – getrieben durch drei Faktoren:

  • Kund:innen (besonders im B2B-Bereich) erwarten Online-Buchung, digitale Angebote und automatische Rechnungen.
  • Der Personalmangel zwingt Betriebe, ihre Einsatzplanung effizienter zu gestalten – manuell ist das ab einer gewissen Betriebsgröße schlicht nicht mehr zu schaffen.
  • Steuerliche Anforderungen wie die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich machen digitale Buchhaltung zunehmend zur Pflicht statt zur Kür.

Ein ausführlicher Vergleich gängiger Software-Lösungen für Reinigungsunternehmen findet sich im Artikel Jobber vs. Housecall Pro vs. CleanWhale, der Funktionsumfang, Preise und Eignung für den deutschen Markt gegenüberstellt.

Trend 3: Preise steigen – aber nicht überall gleich

Steigende Lohnkosten, höhere Energiepreise für Maschinen und Verbrauchsmaterial sowie gestiegene Fahrtkosten treiben die Preise in der Unterhaltsreinigung. Gleichzeitig verhandeln vor allem größere gewerbliche Auftraggeber Preise hart nach unten. Das Ergebnis: Die Margen im klassischen Preiskampf-Segment schrumpfen, während spezialisierte Anbieter (z. B. für Praxisreinigung mit Hygienestandards oder Reinigung nach DIN-Normen) bessere Preise durchsetzen können.

Kurzüberblick: Richtwerte für Stundensätze in der Unterhaltsreinigung (netto, Stand 2025)

LeistungTypischer StundensatzBemerkung
Unterhaltsreinigung Büroca. 22–32 €abhängig von Region und Objektgröße
Privathaushalteca. 25–40 €häufig als Pauschalpreis pro Einsatz
Glas- und Fassadenreinigungca. 30–45 €je nach Zugänglichkeit und Höhe
Bauabschlussreinigungca. 28–38 €oft nach m² statt nach Stunde kalkuliert

Diese Werte sind grobe Richtwerte aus Marktbeobachtung, keine verbindlichen Preise – regionale Unterschiede zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten sind erheblich.

Trend 4: Mehr Gründungen – aber welche Rechtsform?

Die niedrige Eintrittshürde macht die Gebäudereinigung zu einer beliebten Branche für Gründer:innen. Wer ein Reinigungsunternehmen startet, muss früh über Rechtsform und Steuern entscheiden:

  • Gewerbeanmeldung: Pflicht für jede selbstständige Reinigungstätigkeit, beim örtlichen Gewerbeamt, Kosten meist zwischen 20 und 60 €.
  • Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG): Für Gründer:innen mit Jahresumsatz bis 25.000 € im ersten Jahr (bzw. Prognose bis 100.000 € im Folgejahr, Stand der aktuellen Grenzen) attraktiv, weil keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden muss. Sinnvoll für kleine Teams mit wenigen Privatkund:innen, aber nicht für Betriebe, die stark wachsen oder viele vorsteuerabzugsberechtigte Firmenkunden haben.
  • Einzelunternehmen vs. UG/GmbH: Mit steigendem Umsatz und Personal wechseln viele Betriebe von der Kleinunternehmerregelung in die Regelbesteuerung und von der Einzelunternehmung in eine UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH, um das private Haftungsrisiko zu begrenzen – wichtig, sobald Mitarbeitende, Firmenfahrzeuge und größere Aufträge im Spiel sind.

Meisterpflicht: Die oft übersehene Nuance

Das Gebäudereinigerhandwerk ist in Anlage A der Handwerksordnung eingetragen und damit grundsätzlich zulassungspflichtig – wer selbstständig ins Handwerksregister eingetragen werden will, braucht in der Regel einen Meisterbrief oder eine Ausübungsberechtigung nach der Altgesellenregelung. In der Praxis gibt es aber Grauzonen: Wer ausschließlich einfache Unterhaltsreinigung ohne handwerkliche Zusatzleistungen (z. B. ohne Steinreinigung, Fassadenarbeiten in großer Höhe oder chemische Spezialverfahren) anbietet, kann je nach zuständiger Handwerkskammer unter bestimmten Voraussetzungen als reines Gewerbe ohne Meisterbrief geführt werden. Da die Auslegung von Kammer zu Kammer variiert, lohnt sich vor der Gründung ein direktes Gespräch mit der örtlichen Handwerkskammer – das erspart teure Überraschungen im Nachhinein.

Zusammengefasst zeigen die Zahlen drei klare Handlungsfelder für Betriebe jeder Größe:

  1. Personalbindung wird wichtiger als Neukundengewinnung um jeden Preis.
  2. Digitale Prozesse bei Buchung, Planung und Abrechnung sind kein Luxus mehr, sondern Voraussetzung, um mit weniger Verwaltungsaufwand mehr Aufträge zu stemmen.
  3. Die Wahl von Rechtsform und Besteuerung sollte mit dem tatsächlichen Wachstum mitgehen, nicht erst im Nachhinein korrigiert werden.

Einen Überblick über passende Tarife und Funktionsumfang für Reinigungsbetriebe unterschiedlicher Größe gibt es auf der Preisübersicht, alle Funktionen im Detail auf der Funktionsseite.

Fazit

Die Gebäudereinigungsbranche wächst, aber die Rahmenbedingungen werden anspruchsvoller: mehr Wettbewerb um Fachkräfte, steigende Kosten, wachsender Digitalisierungsdruck. Betriebe, die jetzt in klare Prozesse, faire Personalplanung und die richtige Rechtsform investieren, sind für die nächsten Jahre deutlich besser aufgestellt als jene, die weiter mit Zettel und Excel arbeiten.

Mit CleanWhale lassen sich Online-Buchung, Einsatzplanung, Rechnungsstellung und automatische Erinnerungen an einem Ort verwalten – ehrlich gesagt reicht das für viele kleine und mittlere Reinigungsbetriebe bereits aus, um den Verwaltungsaufwand spürbar zu senken. Schau dir die Funktionen an oder vergleiche direkt die Preise.