Die Frage stellt sich früher oder später in fast jedem Haushalt: selbst putzen oder eine professionelle Reinigungskraft beauftragen? Die Antwort hängt weniger vom Gefühl ab als von handfesten Zahlen – Stundenlohn, Fahrtzeit, Materialkosten und dem, was Ihre eigene Zeit wert ist. Dieser Artikel liefert eine nüchterne Rechnung, keine Marketing-Phrasen.

Wann sich eine professionelle Unterhaltsreinigung lohnt

In Deutschland spricht man bei der regelmäßigen Wohnungsreinigung von Unterhaltsreinigung – im Unterschied zur einmaligen Grundreinigung (z. B. nach Renovierung oder bei Auszug). Eine professionelle Kraft lohnt sich typischerweise, wenn eines oder mehrere dieser Kriterien zutreffen:

  • Ihr effektiver Stundenlohn liegt über dem Preis der Reinigungskraft (dazu unten mehr).
  • Sie haben eine Wohnfläche über 80–100 m², bei der wöchentliches Putzen 3+ Stunden verschlingt.
  • Gesundheitliche Gründe (Rücken, Allergien, Schwangerschaft) machen Bücken, Staub und Chemikalien belastend.
  • Sie benötigen eine Grundreinigung vor Einzug/Auszug oder nach einer Renovierung – Aufgaben, für die Spezialgeräte nötig sind.
  • Sie führen ein Homeoffice oder Kleinbüro und brauchen konstant repräsentative Sauberkeit.

Kostenvergleich: Eigenleistung vs. Unterhaltsreinigung

Als Richtwert kostet eine professionelle Unterhaltsreinigung in Deutschland aktuell zwischen 18 € und 30 € pro Stunde, je nach Region, Anbieter und Rahmenvertrag. In Großstädten wie München oder Hamburg liegt der Satz eher am oberen Ende, in ländlichen Gebieten darunter. Für eine 3-Zimmer-Wohnung (ca. 75 m²) rechnet man üblicherweise mit 2,5 bis 3,5 Stunden pro Reinigung.

FaktorEigenleistungProfessionelle Reinigungskraft
Kosten pro Reinigung (75 m²)0 € direkt, aber Zeitaufwandca. 55–100 €
Zeitaufwand pro Woche2,5–4 Stunden0 Stunden (nur Organisation)
Reinigungsmittel/Geräteeigene Anschaffung, laufende Kostenmeist im Preis inbegriffen
Qualität bei Spezialaufgaben (Fenster, Fugen, Polster)oft unregelmäßigroutiniert, mit Fachwissen
Flexibilitätvolle Kontrolle über Zeitpunktabhängig von Terminplan

Die Stundenlohn-Rechnung

Der entscheidende Denkfehler beim Thema DIY-Putzen: Die eigene Zeit wird als "kostenlos" betrachtet. Tatsächlich lohnt sich eine einfache Gegenrechnung:

  • Nehmen wir an, Sie verdienen netto 20 € pro Stunde in Ihrem Job (oder könnten in dieser Zeit anderweitig Geld verdienen bzw. sich erholen).
  • Eine wöchentliche Reinigung dauert bei Ihnen 3 Stunden = rechnerisch 60 € "Wert" Ihrer Zeit.
  • Eine professionelle Unterhaltsreinigung derselben Wohnung kostet ca. 55–75 €.

In diesem Beispiel ist die professionelle Reinigung nicht teurer als Ihre eigene Zeit – sie ist oft günstiger, sobald man Erholung, Freizeit oder zusätzliche Arbeitsstunden mit einrechnet. Bei niedrigerem Stundenlohn oder viel Freizeit kann die Eigenleistung dagegen wirtschaftlich sinnvoller bleiben.

Wann Eigenleistung die bessere Wahl bleibt

  • Kleine Wohnungen (unter 50 m²), bei denen die wöchentliche Reinigung unter einer Stunde dauert.
  • Enges Budget, in dem 200–300 € monatliche Fixkosten für Reinigung nicht tragbar sind.
  • Persönliche Vorliebe – manche empfinden Putzen als entspannend oder möchten aus Datenschutzgründen keine fremde Person in der Wohnung haben.
  • Unregelmäßige Anwesenheit (z. B. Zweitwohnsitz), bei der ein fester Reinigungsrhythmus wenig Sinn ergibt.

Eine strukturierte Vorgehensweise hilft dabei, auch in Eigenregie effizient zu bleiben – eine raumweise Anleitung mit Zeitplänen finden Sie in unserem ultimativen Guide zur Haushaltsreinigung.

Sie überlegen, selbst professionell zu reinigen?

Manche Leser dieses Artikels stehen vor der umgekehrten Frage: nicht "soll ich jemanden beauftragen", sondern "soll ich selbst als Reinigungskraft oder mit einem eigenen Reinigungsservice starten". Auch dafür ein kurzer, ehrlicher Überblick über die rechtlichen Grundlagen in Deutschland:

  • Gewerbe anmelden: Unterhaltsreinigung ist ein zulassungsfreies Handwerk (kein Meisterzwang) und wird beim Gewerbeamt angemeldet. Die Anmeldung kostet je nach Kommune meist zwischen 20 € und 60 €.
  • Kleinunternehmerregelung: Wer im ersten Jahr voraussichtlich unter 25.000 € Umsatz bleibt (bzw. 100.000 € ab 2025 nach aktueller Reform), kann nach § 19 UStG auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichten – praktisch für den Einstieg mit wenigen Kunden.
  • Handwerkskammer vs. IHK: Die reine Unterhaltsreinigung zählt meist als handwerksähnliches Gewerbe und wird bei der Handwerkskammer geführt, ist aber nicht meisterpflichtig. Bei Zusatzleistungen wie Fassadenreinigung oder Schädlingsbekämpfung können andere Vorschriften greifen – im Zweifel bei der örtlichen Handwerkskammer nachfragen.
  • Rechtsform: Der Einstieg erfolgt oft als Einzelunternehmen. Wer wächst und Haftungsrisiken begrenzen will, wechselt später zur UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH – beide erfordern Stammkapital (1 € bzw. 25.000 €, wobei bei der GmbH meist die Hälfte bei Gründung eingezahlt wird) und einen Eintrag ins Handelsregister.

Sobald Sie mehrere Kunden, Termine und Rechnungen gleichzeitig verwalten, wird Excel schnell unübersichtlich. Ein Blick auf die konkreten Produktfunktionen zeigt, wie Terminplanung, Erinnerungen und Rechnungsstellung sich automatisieren lassen.

Entscheidungs-Checkliste

  1. Wie viel ist Ihre eigene Stunde wert – beruflich oder als Erholungszeit?
  2. Wie groß ist die Wohnfläche und wie oft muss gereinigt werden?
  3. Gibt es gesundheitliche oder zeitliche Einschränkungen?
  4. Passt eine feste monatliche Ausgabe von 200–400 € ins Budget?
  5. Reicht eine einmalige Grundreinigung oder brauchen Sie dauerhafte Unterhaltsreinigung?

Egal auf welcher Seite Sie stehen – als Kunde, der eine Reinigungskraft sucht, oder als angehendes Reinigungsunternehmen: Mit CleanWhale lassen sich Buchungen online entgegennehmen, Termine automatisch planen, Rechnungen erstellen und Kunden per Erinnerung an anstehende Termine informieren. Werfen Sie einen Blick auf die Preise und Pakete, um zu sehen, was für Ihre Größenordnung passt.